Regulierung von Religion und Flucht auf kommunaler Ebene
Erscheinungsformen von Religion in Flüchtlingsunterkünften Nordrhein-Westfalens - Eine qualitative Analyse
Die etwa dreieinhalbtausend Geflüchteten, die in einer nordrhein-westfälischen Großstadt leben, haben ihre Lebensmittelpunkte in verschiedenen institutionellen Kontexten. Sie wohnen mehrheitlich in Unterbringungseinrichtungen und besuchen tagsüber Bildungsstätten. In ihrem Alltag werden sie im Rahmen der sozialen Kategorie ‚Flüchtling‘ häufig als homogene Gruppe wahrgenommen, obgleich ihre Werdegänge, bis auf das verbindende biografische Element der Flucht, vielfältiger kaum sein könnten. Insbesondere religiöse Zugehörigkeiten werden im Kontext von Flucht und kommunaler Aufnahme stark diskutiert. Um die gesellschaftlichen Aushandlungsprozesse nachvollziehen zu können, bietet sich hierbei die kommunale Ebene als regionaler Maßstab an, um Spannungsfelder, die mit religiöser Pluralität einhergehen, zu identifizieren und zu untersuchen.
Religiöse Pluralität aufgrund unterschiedlicher Biografien, Sozialisationen, Traditionen, Annahmen und Erwartungen stellt die sich begegnenden Menschen in institutionellen kommunalen Fluchtkontexten vor konkrete Herausforderungen und spiegelt gleichsam gesamtgesellschaftliche Aushandlungsbedarfe. Der Fokus der Arbeit liegt darauf, aufzuzeigen, in welchen Erscheinungsformen ‚Religion‘ im Feld auftritt, welche Dynamiken als Effekte ablesbar sind und mit welchem Regulierungshandeln den einzelnen Fällen begegnet wird.
Die dabei angewandten Strategien werden in der Arbeit als Befunde anhand konkreter empirischer Beispiele analysiert und in verschiedene Phänomenbereiche verortet. Das Projekt zehrt von einer intensiven Auseinandersetzung mit Narrativen und teilnehmenden Beobachtungen im Forschungsfeld sowie von dichten Beschreibungen, um perspektivische Wahrnehmungen darstellen und nachvollziehbar machen zu können.
Religiöse Pluralität aufgrund unterschiedlicher Biografien, Sozialisationen, Traditionen, Annahmen und Erwartungen stellt die sich begegnenden Menschen in institutionellen kommunalen Fluchtkontexten vor konkrete Herausforderungen und spiegelt gleichsam gesamtgesellschaftliche Aushandlungsbedarfe. Der Fokus der Arbeit liegt darauf, aufzuzeigen, in welchen Erscheinungsformen ‚Religion‘ im Feld auftritt, welche Dynamiken als Effekte ablesbar sind und mit welchem Regulierungshandeln den einzelnen Fällen begegnet wird.
Die dabei angewandten Strategien werden in der Arbeit als Befunde anhand konkreter empirischer Beispiele analysiert und in verschiedene Phänomenbereiche verortet. Das Projekt zehrt von einer intensiven Auseinandersetzung mit Narrativen und teilnehmenden Beobachtungen im Forschungsfeld sowie von dichten Beschreibungen, um perspektivische Wahrnehmungen darstellen und nachvollziehbar machen zu können.
Publikationen
- 2018. Ethnologische Aspekte der Migration (mit Helene Basu), in: Wieland Machleidt/Andreas Heinz/Ulrike Kluge/ Marcel Sieberer (Hg.) 2018. Praxis der interkulturellen Psychiatrie und Psychotherapie. München: Elsevier.
- 2016. Madness and Mental Health in South Asian Settings, in: Working Papers-Reihe des Instituts für Ethnologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. No 3/2016.
Vorträge
- 11/2017: 'Von (Un) - Sichtbarkeiten'. Tagung "Religion findet Stadt", Mülheim a. d. Ruhr.
- 05/2017: ‚Maßnahmen zur ‚Integration‘ von Geflüchteten auf kommunaler Ebene‘ – Tagung der Sektion Migration und Ethnische Minderheiten der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Kiel.
- 05/2017: ‘„[...] because I will stay here. There is no place else for me to go.“ Eigenwahrnehmungen und Reflexionen ihrer Situation von Geflüchteten aus den Settings einer kommunalen Flüchtlingseinrichtung sowie einer städtischen Hauptschule‘. Workshop ‚Social Anthropology of ‚Well-Being‘. Prekäres Leben: Krieg, Flucht, Migration.’ Der Arbeitsgemeinschaft Medical Anthropology (DGV), Westfälische Wilhelms-Universität Münster.
- 05/2017: Posterpräsentation mit Anna Klie und André Kastilan ‚ ‚Religion „unterbringen“: Drei interdisziplinäre Studien zum Thema Kommunen und religiöse Pluralität‘. Praxisworkshop "Religion unterbringen. Regulierung kultureller und religiöser Vielfalt in Flüchtlingsheimen". Ruhr-Universität Bochum.
- 04/2017: ‘‘Integrating’ refugees into the community: On local challenges, diverging expectations, and everyday struggles’ Institutscolloquium. Institut für Ethnologie, Westfälische Wilhelms-Universität Münster.
- 03/2017: Podiumsgast: ‚Ich erzähle Dir meine Geschichte – eine Gesprächsreihe mit geflüchteten Menschen‘. Themenwoche ‚Münster l(i)ebt Vielfalt. ESG Münster.
- 01/2017: ‚Reflexionen über das ‚Refugee Project‘: von Herausforderungen, Grenzen und Potenzialen eines interkulturellen Austauschprojekts. ESE-Vortragsabend, Institut für Ethnologie, Westfälische Wilhelms-Universität Münster.
- 09/2016: ‚Doing Engaged Anthropology‘ - Erfahrungen im Kontext eines Studierendenprojekts in einer Münsteraner Flüchtlingsunterkunft (mit Annika Strauss). Interims-Tagung der AG Ethnologische Bildung (Deutsche Gesellschaft für Völkerkunde), Eberhard Karls Universität Tübingen.
- 06/2016: ,"Und wie geht’s jetzt weiter?" - Narrative Geflüchteter im Kontext von well being- Konzepten, psychischer Gesundheit und persönlichen Perspektiven' – AGEM Jahrestagung, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.
- 10/2013: ,Mudras im modernen westlichen Heilkontext‘ - REMID Vortragsabend, Westfälische Wilhelms-Universität Münster.
Organisation wissenschaftlicher Konferenzen/Workshops
- 05/2017 Workshop-Organisation ‘Social Anthropology of ‘Well-Being’ - Prekäres Leben: Krieg, Flucht, Migration’ der AG Medical Anthropology der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde. Westfälische Wilhelms-Universität Münster.
- 05/2017 Workshop-Organisation: ‘Religion unterbringen - Regulierung kultureller und religiöser Vielfalt in den Flüchtlingsheimen‘ des Centrum für Religionswissenschaftliche Studien. Ruhr-Universität Bochum
Betreuer
- PD Dr. Levent Tezcan