Wahrnehmung von religiöser Pluralität im Stadtteil
Foto: Dietmar Burkhardt
Durch unterschiedliche Migrationsströme (Anwerbeabkommen, Familiennachzug, Spätaussiedler, Asylbewerber und Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU) hat die deutsche Gesellschaft zunehmend an Komplexität gewonnen, mit der auch eine kulturelle und religiöse Pluralisierung einhergeht. So trägt auch die in den letzten Jahren zu verzeichnende Zuwanderung durch Geflüchtete aus Krisengebieten zu dieser Pluralisierung bei. Bei einem einerseits seit längerer Zeit zu beobachtenden Säkularisierungsprozess gewinnt Religion gleichzeitig im Kontext der Pluralisierung und der Debatte um kulturelle Unterschiede und Integrationsmöglichkeiten von Zugewanderten an Aufmerksamkeit. Neben Integrationsmaßnahmen im Bereich von Sprache, Bildung, Kultur und Wohnen sind für ein gelungenes Zusammenleben in einer heterogenen Gesellschaft auch die Einstellungen und Wahrnehmungen der Mitglieder der Aufnahmegesellschaft von großer Bedeutung. In diesem Zusammenhang sind vor dem Hintergrund der aktuellen Zuwanderung Großstädte und deren Quartiere von besonderem Interesse, da vor allem diese Ziele von Migrationsbewegungen darstellen und sich dort das Ausmaß von religiöser Pluralität am deutlichsten zeigt. Im Zentrum des Dissertationsprojektes steht die Beantwortung der Frage, wie religiöse Pluralität, auch im Zusammenhang mit dem Zuzug von Geflüchteten, wahrgenommen wird und wodurch diese Wahrnehmungen und Einstellungen beeinflusst werden. Daraus folgend sollen bei der Untersuchung folgende Fragestellungen berücksichtigt werden:
- Welchen Einfluss hat die Zusammensetzung eines Quartiers auf die Wahrnehmung der religiösen Pluralität der Bewohner?
- Wie wirken sich die Formen der Verteilung von Zuwanderern auf die Wahrnehmungen im Quartier aus?
- Wie wird die Wahrnehmung und Struktur eines Quartiers durch kommunales Verwaltungshandeln in Bezug auf die Verteilung von Zuwanderern bestimmt?
- Wie lassen sich auf der Basis der Ergebnisse zur Wahrnehmung von religiöser Pluralisierung die Vorgehensweisen bei der Unterbringung von Geflüchteten bewerten?
Betreuer
Publikationen
Bogumil, Jörg; Hafner, Jonas; Kastilan, André (2017): Verwaltungshandeln in der Flüchtlingspolitik - Vollzugsprobleme und Orientierungsvorschläge für den Bereich der kommunalen Integration. In: Verwaltungsarchiv : VerwArch : Zeitschrift für Verwaltungslehre, Verwaltungsrecht und Verwaltungspolitik 108 (4), S. 467–488.
Bogumil, Jörg; Hafner, Jonas; Kastilan, André (2017): Städte und Gemeinden in der Flüchtlingspolitik. Welche Probleme gibt es - und wie kann man sie lösen? Essen. https://www.stiftung-mercator.de/media/downloads/3_Publikationen/2017/August/Stiftung_Mercator_Studie_Verwaltungshandeln_Fluechtlingspolitik.pdf
Vorträge
Verwaltungshandeln im Bereich kommunaler Integration: Vollzugsprobleme und Optimierungsvorschläge. Jahrestagung 2017 der Deutschen Sektion des Internationalen Instituts für Verwaltungswissenschaften (IIAS) „Verwaltungshandeln in der Flüchtlingskrise“, 11/2017, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg.
Verwaltungshandeln in der Flüchtlingspolitik. Workshop Aktuelle Herausforderungen der kommunalen Familienpolitik - Schwerpunktthema „Integration vor Ort“, 09/2017, Zentrum für interdisziplinäre Regionalforschung (ZEFIR), Bochum.
Verwaltungshandeln in der Flüchtlingspolitik. Workshop Aktuelle Herausforderungen der kommunalen Familienpolitik - Schwerpunktthema „Integration vor Ort“, 09/2017, Zentrum für interdisziplinäre Regionalforschung (ZEFIR), Bochum.